Reise- und Pendelmüde? 4 Tipps, um das Maximum aus ihrer Reise zu holen

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Pendeln ist immer anstrengend, werden sie jetzt sagen. Es raubt Zeit, kostet Geld und man kann sich oftmals nicht darauf verlassen, dass man wirklich glatt durchkommt – ob per Auto oder ÖVP.

Stimmt, und doch kann man dem Pendeln oder auch den Geschäftsreisen etwas abgewinnen. Glauben sie nicht? Habe ich auch nicht glauben können – bis ich einen Job hatte mit Büroanwesenheit in Köln, Reisen innerdeutsch und Privatleben in Frankfurt.

Ich hätte bis Anfang 2017 nie gedacht, dass ich einmal Zugfahren dem Fliegen vorziehen würde. Sobald ich nun aber auf meinem Platz sitze, kann ich die Zeit selbst bestimmen. Ich entscheide ob ich ein Buch, eine Zeitung oder meine Emails lese. Während ich das tue, werde ich von A nach B gefahren, ohne mich um den Weg kümmern zu müssen. Und bitte schön – das habe ich weder zu Hause noch im Büro!

Reisen bildet und hilft dabei, sich selbst weiterzuentwickeln

Menschen reisen gerne, zumindest privat. Das tun sie um etwas Neues zu entdecken, sich weiterzubilden oder einfach mal um den Alltag hinter sich zu lassen. Warum werden diese Attribute eigentlich selten auch für Geschäftsreisen angewendet?

Seit über 20 Jahren reise ich hauptsächlich geschäftlich – und habe dabei auch viele private Momente erlebt. Ich sehe das Reisen als Privileg, immer noch. Ja, manchmal ist es auch stressig und sehr ermüdend. Nicht nur wenn wirklich auch Zeitunterschiede eine Reise bestimmen, sondern auch innerdeutsch überfüllte Züge, lange Schlangen am Security-Check, Verspätungen, Regen, Wind….

Was ist das Positive an Geschäftsreisen?

Auf einer Reise gibt es auch immer wieder Unerwartetes, so wie die Dame letztens im Zug „Köln – Frankfurt“, die mir auf einmal von ihrer Tochter erzählte, die in Indien Aufklärungsarbeit für Frauen leistet. Oder eine Zugcrew, die vor guter Laune nur so platzte und alle Reisenden an der Verabschiedung eines Kollegen teilhaben ließen. Oder letztens eine Dame, die zufällig mitbekam, dass ich auf dem Weg zu einem Jobinterview war, und mir einfach viel Glück wünschte.

Außerdem bedeuten Geschäftsreisen immer Treffen mit Kollegen, mit denen ich gemeinsam an Projekten arbeite. Und die ich sonst selten sehe und wir uns somit immer viel zu erzählen haben.

Diese Möglichkeit immer wieder wechselnd mit anderen Menschen und Charakteren zusammenzutreffen, ist ein großer Vorteil des Reisens. Man lernt Sachverhalte aus anderen Blickwinkeln zu sehen, kann die Reisezeit dazu verwenden, darüber nachzudenken und es einzuordnen.

Doch wie sieht die andere Seite der Medaille aus?

Natürlich leidet das familiäre und freundschaftliche Privatleben. Das häufige Fehlen von zu Hause stellt jeden, den Reisenden aber auch die Familie und Freunde vor große Herausforderungen. Es gilt die gemeinsame Zeit bewußt zu erleben, auch schon bewußt zu planen und zu gestalten.

In Zeiten der permanenten Verfügbarkeit ist es zumindest möglich, täglich miteinander zu telefonieren oder sich via Facetime oder Skype zu sehen. Und doch kann das Gefühl aufkommen, dass man nicht mehr teilnimmt am Leben des anderen. Man müde ist sich immer wieder auf neue Umgebungen und Menschen einlassen zu müssen oder aus dem Koffer zu leben.

4 Tipps, um ihr Reiseleben zu erleichtern

Es gibt bestimmt kein Allgemeinrezept, denn das hängt von der jeweiligen Persönlichkeit aber auch dem individuellen Umfeld ab.

  1. Mir hilft meine Einstellung zum Reisen: das Interesse an Neuem und dem Wunsch das, was ich erlebe, aber auch das, was meine Familie und Freunde erleben, zu teilen. Um das tun zu können, ist es wichtig, hierfür Raum zu schaffen. D.h. möglichst den ersten gemeinsamen Abend in der Woche genau für diesen Austausch zu reservieren. Da hat nichts anderes Platz, als sich aufeinander zu konzentrieren und das Erlebte miteinander zu teilen. Das schafft Nähe und Vertrauen, was evtl. während der Tage der Abwesenheit zu kurz kommt. Somit sind dann die folgenden gemeinsamen Tage frei von Geschäftsthemen und man kann sich voll auf das Private konzentrieren.
  2. Die Reisezeit an sich als freie Entscheidungszeit zu sehen, in die kein anderer Eingriff hat, hilft den eigentlichen Reisestress zu minimieren. Aber auch wie in diesem WiWo Artikel kurz beschrieben, sich vorzubereiten und Freiraum zu schaffen. 
  3. Wenn man sehr häufig oder auch wochenweise bei Kundenprojekten arbeitet, lebt man wiederum fast ausschließlich in Hotels. Um sich hier ein privates Umfeld zu schaffen, kann es helfen etwas Persönliches von zu Hause mitzunehmen, ein Bild, ein Buch, ein Kissenbezug, was auch immer.
  4. Vielleicht ist es ja sogar möglich, dass Familie, Freunde, Partner ein paar Tage dabei sind, während sie beim Kunden arbeitet. Somit können sie den Abend gemeinsam verbringen und direkt Eindrücke teilen.

Fazit

Reisen oder Pendeln ist anstrengend – keine Frage. Doch die eigene Haltung dazu kann helfen den Stress etwas einzudämmen und das Positive aus der Reisezeit zu erkennen und mitzunehmen.  

In diesem Sinne – viel Spaß und positive Eindrücke auf ihren Reisen.

Für alle, die noch mehr lesen wollen:

Reisetips auf Spiegel.de: Business Travel

Reisezeitvertreib auf Reader’s Digest

November 13th, 2018 by