Category: Cross-Channel

August 10th, 2019 by Sylvia Lohr

Erst kürzlich traf ich einen befreundeten Marketingleiter, der mir erzählte, dass ein großes internationales Unternehmen gerade erst damit beginnt, neue Strukturen und Prozesse zur Auflösung von Silos aufzubauen. Ziel ist es, Kommunikation und Projektarbeit besser zu koordinieren und Redundanzen und Ressourcenengpässe zu vermeiden.

Ich war etwas überrascht, dass ein solches Unternehmen erst jetzt damit begonnen hat, da die agile Arbeitsweise ja bereits vor mehr als 25 Jahren für die Softwareentwicklung entwickelt wurde. Aber, OK, besser spät als nie.

Ich begann mich zu fragen, was solche Änderungen für all diejenigen bedeuten, die sich in ihren Komfortzonen aufhalten. Sie bauen dort ein Netzwerk auf und sammeln Wissen und Erfahrung in dem Glauben, dass sie es in den kommenden Jahren noch anwenden können.

Funktionale Kompetenzen vor Praxiserfahrung

Heute werden in vielen Bereichen betriebswirtschaftliche und funktionale Kompetenzen als wichtiger angesehen als langjährige Erfahrung aus der Praxis. Viele Unternehmen schulen ihre Mitarbeiter in neuen Technologien und Prozessen, befähigen sie aber nicht mit Social- und Soft Skills – genau das, was nötig ist, um agil und lean zu arbeiten und Silos aufzubrechen.

Seit Jahren beschäftige ich mich mit diesem Widerspruch und habe bereits einige meiner Überlegungen in Artikeln geteilt. Um mit der heutigen Geschäftswelt Schritt halten zu können, Innovationen zu fördern und Unternehmensentwicklung zu unterstützen, muss sich jeder zunächst selbst analysieren.

Unabhängig von Alter, Berufserfahrung und externen Rahmenbedingungen:

  • Wie offen sind Sie für Neues?
  • Wie zuversichtlich sind Sie im Umgang mit den Meinungen und Ideen anderer?
  • Wie gut präsentieren Sie Ihre eigenen Projekte und Lösungen?

Mitarbeiter können mit Coaching und Training Fähigkeiten erwerben, die sie benötigen, um sich in einem ständig verändernden Umfeld wohler zu fühlen. Und doch besteht die Gefahr, dass neue Wege nicht konsequent beschritten werden, und somit zu Frustration führt. Wie schön wäre es, wenn Sie jemanden vor Ort hätten, der Ihnen und anderen den Weg zeigt, in neuen agilen Teams über die Grenzen von Silos hinweg zu arbeiten.

Für mich hätte diese Person viele Fähigkeiten eines Scrum-Masters, der ein funktionsübergreifendes Team dabei unterstützt, konzentriert den vorab festgelegten Sprintzielen zu folgen. Doch ist das nicht genug. Scrum-Master befassen sich meist mit aktuellen Projekten und Notwendigkeiten und sind weniger mit langfristigen Prozessen und Methoden beschäftigt, die in einer agilen und schlanken Umgebung benötigt werden. Anti-Silo-Beauftragte sollten Teil des Managements sein, Lean-Management-Philosophien leben, andere zum Wissensaustausch ermutigen und befähigen, offene Teams und Strukturen zur Zusammenarbeit in funktionsübergreifenden Teams ermöglichen, anderen helfen, die Bedürfnisse verschiedener Interessengruppen, wie Kunden, Mitarbeiter, Management zu verstehen und agile Prozesse einrichten und pflegen. Alles Fähigkeiten, die in der heutigen globalen, multi-kulturellen Wirtschaftswelt mehr denn je über langfristigen und sicheren Erfolg entscheiden.

Deshalb, meine Frage: Warum gibt es nicht in jedem Unternehmen bereits einen Chief Anti-Silo Officer? 

 

 

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August 27th, 2018 by Sylvia Lohr

Keine Zeit zum Lesen? Dann hören Sie einfach den Blogcast: 

Agiles Arbeiten, das Überwinden althergebrachter Projekt- und/oder Organisationshierarchien scheint hipp und vor allem bei Jüngeren absolut angesagt. Bedeutet es doch vermeintlich absolute Freiheit, sich Tasks selbst auszusuchen und selbstbestimmt umzusetzen. Es gibt keine Anweisungen mehr, und jeder ist dafür da, den Einzelnen zu coachen und zu einem höheren Level zu bringen. Letzteres gilt vor allem für die senioreren Professionals.

Häufig wird älteren Teammitgliedern das Verständnis für agiles Teamarbeiten abgesprochen, denn üblicherweise kommen diese ja aus Wasserfall-Unternehmen. Sie sollen/möchten intuitiv spüren, wie Teams von heute funktionieren und zeitgleich als Beispiel vorangehen.

Soweit zumindest das Denken. Doch stimmt das? Meiner Erfahrung nach nein. Agil bedeutet weder absolute Freiheiten, noch das Fehlen von Hierarchien oder muss von Älteren noch gelernt werden, wohingegen die Jüngeren es intuitiv leben. Jede Generation muss agiles Verständnis erst aufbauen, am besten gemeinsam im Team. Scheitern zulassen und als Schritt auf dem Weg zur eigenen Entwicklung erkennen. Niemand anderes ist dafür verantwortlich, dass der Einzelne sich weiterentwickelt, als derjenige selbst.

Schauen wir uns doch die Werte in einem agilen Umfeld mal an.

Openness – Offenheit

Offen, neugierig für Neues und Unerwartetes. Das bedeutet auch, sich mit Themen unvoreingenommen auseinanderzusetzen, die vorher noch nie aufgetreten sind. Jüngeren kann das leichter fallen, da sie hiermit evtl. bisher weniger Erfahrungen gemacht haben und daher weniger Erlerntes mitbringen. Doch ist es auch eine Wesensart, die ebenso Ältere dazu bringt, Neues zu erkennen, zuzulassen und umzusetzen.

Offenheit bedingt Mut, und das bringt mich zum nächsten Wert.

Courage – Mut

Mut hat man oder man hat ihn nicht, zumindest die Veranlagung hilft dabei. Denn Mut kann man auch lernen: je mehr positive Erfahrungen man aus einer unbequemen Situation mitbringt, desto leichter wird es fallen sich neuen Dingen zu öffnen und die Angst vor Kontrollverlust reduziert sich. Das ist nachweislich alters- und generationsunabhängig.

Wenn das verstanden wurde, ist der Weg zum nächsten Wert logisch.

Respect – Respekt

Eine Gesellschaft, ein Team, oder anders ausgedrückt jede Interaktion und Reaktion mit und auf Menschen bedingt Respekt. Davor, dass das Gegenüber eigene Ideen mitbringt, neue Gedanken aufbringt und vor allem zunächst einmal existiert, um etwas zu bewegen. Auch dieses Verhalten ist altersunabhängig, doch vielmehr geprägt durch Erziehung und Gesellschaftsform. Genau das macht diesen Wert auch so komplex, denn wir können nicht beeinflussen woher wir oder unser Gegenüber kommt. Doch jeder kann seine eigene Haltung definieren und entsprechend einwirken.

Sich selbst zu verändern bringt auch den nächsten Wert zum Vorschein.

Focus – Fokus

Der Wert im agilen Umfeld liegt auf Schaffung von Mehrwert. Das entsteht u.a. auch durch Fokussierung, auf das was in einer bestimmten Situation benötigt wird. Wenn man nun auch Mehrwert in ein Team bringen möchte, sollte man sich erst einmal selbst kennen. Also durchaus ab und an den Fokus auf sich selbst, seine Haltung, sein Wissen und seine Ziele legen. Gemeinhin geht man davon aus, dass ältere Menschen geduldiger sind, was natürlich bei einer Selbstbetrachtung helfen kann. Doch habe ich viele Menschen im agilen Umfeld getroffen, die egal welchen Alters durchaus von sich selbst eingenommen sind und darüber hinaus andere Menschen bewerten. Meistens zum Schlechteren, denn man selbst ist ja bereits perfekt.

All jenen, denen agiles Management bekannt ist, werden nun erkennen, dass dieses Verhalten alles andere als agil ist. Denn in einem agilen Umfeld gibt es keinen fertigen oder perfekten Zustand. Alles ist jederzeit im Wandel und muss den aktuellen Gegebenheiten angepasst werden.

Und hier kommt der fünfte Wert zum Tragen.

Commitment – Engagement/Einsatz

In einem agilen Umfeld geht man davon aus, dass jeder das notwendige Engagement mitbringt, um eine Lösung umzusetzen. Doch warum gilt das nur in agilen, modernen Unternehmen? Jeder Mensch, der etwas erreichen möchte, und sei es einen schönen Geburtstagskuchen zu backen, wird sich engagieren und einbringen. Umso mehr fällt das natürlich in komplexen Situationen auf. Hier muss jede wirkliche Verantwortung für sein Handeln übernehmen, damit das ganze Team und somit das Produkt funktionsfähig ist. Bringt in einem solchen Umfeld nur einer weniger Engagement als die anderen, wird das gesamte Team scheitern. Hierzu gehört auch die Bereitschaft, sich mit Fehlern, die evtl. aus dem eigenen Tun entstehen, auseinanderzusetzen. Es sind nicht immer die anderen, die zu einem Fehlschlag beigetragen haben, sondern durchaus jede Einzelne mal mehr, mal weniger. Siehe hierzu auch Respekt und Fokus.

Empfehlung

In Zeiten der fortschreitenden Globalisierung und Schaffung neuer digital geprägter Arbeitswelten, ist es unabdingbar sich den neuen Arbeitsmethoden anzunähern. Da agiles Arbeiten eine echte Disruption im Unternehmen bedeutet, ist es ratsam, sich diesem Thema behutsam und bedacht zu nähern. Man muss erst einmal verstehen, wo sich das Unternehmen vor allem aber jeder einzelne im Unternehmen befindet. Hierzu gibt es eine Menge Tools, die helfen den Ist-Zustand zu verifizieren. Ein solches hilfreiches Tool ist z.B. das Agile Affinity Model, mit dem oftmals unbewusste Einschätzungen der Situation aufgedeckt und in Relation gesetzt werden können. Das Resultat ist eine wertfreie Beobachtung der aktuellen Lage, die dann in der Gruppe besprochen wird.

Die hieraus resultierenden Erkenntnisse sollten dann priorisiert in kleine Abschnitte geclustert werden, die Arbeitsgruppen dann Schritt für Schritt umsetzen. Scrum, Kanban oder andere agile Vorgehensmodelle können einen hilfreichen Rahmen bilden. Welche hierfür die richtige Vorgehensweise ist, hängt maßgeblich vom Wesen des Unternehmens ab. Ein paar Fragen hierzu könnten sein: Wie transparent sind die Abläufe bereits? Wieviel Erfahrung liegt bereits mit agilen Methoden vor? Gibt es bereits agile Ansätze? Wie schnell können die jeweiligen Wertschöpfungsketten erfolgreich produzieren? Natürlich gibt es hierzu auch verschiedene Möglichkeiten erste Einblicke in agile Modelle zu erhalten, online oder über z.B. Dienstleister.

Fazit

Ich habe bewusst versucht von möglichen Ratios zu sprechen, denn jede Gesellschaft besteht auch aus Menschen, die bevorzugt in einem vorgegebenen Rahmen leben und agieren. Und diese Menschen sind genauso wichtig wie agil ausgerichtete. Es gibt m.E. kein richtig oder falsch, sondern nur persönliche Vorlieben, nach denen jeder leben können sollte, damit eine nachhaltige, gesunde und erfolgreiche Gesellschaftsform bestehen kann. Und jeder Mensch kann von anderen lernen – unabhängig von Alter, Herkunft, Geschlecht, etc.

Von diesen Gedankengängen ausgehend, denke ich, dass auch solche Unternehmen, die sich heute bereits als agil betiteln, Potential haben sich von Zeit zu Zeit kritisch zu betrachten, ob sie wirklich diese Werte von Agile Management leben. Denn agil heißt auch voneinander lernen, Neues und Neue zuzulassen und stetig nach Verbesserung zu streben. Und das gilt sowohl für junge Hüpfer als auch alte Hasen.

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Februar 3rd, 2016 by Sylvia Lohr

Ihre Kunden bewegen sich heute in allen Kanälen – Online und Offline. Daher ist es wichtig, alle relevanten Kanäle zu bespielen. Cross-Channel ist die Marketingstrategie von heute. Was bedeutet das für Ihr digitales Marketing?

Cross-Channel-Marketing

Viele Wege führen zum Ziel – Cross-Channel.

Fangen wir mit der Unternehmens-Webseite an. Diese stellt das Informationslager dar, aus dem sich Ihr Kunde die notwendigen Daten bei Bedarf ziehen kann.

Jedes Unternehmen ob groß oder klein präsentiert sich damit im weltweiten Markt des Internet. Doch sind die Webseiten auf die aktuellen Marktanforderungen ausgerichtet? Und ist das Online Marketing integrierter Bestandteil des Cross-Channel-Marketingplans?

Es ist dringend empfohlen die Unternehmens-Webseite mindestens 2x im Jahr zu verifizieren. Z.B.: Sind die Inhalte noch aktuell? Haben Sie auf Kommentare geantwortet/reagiert? Sollte die Struktur auf neue Markttrends angepasst werden? Sind die aktuellen Produkte/Dienstleistungen auch tatsächlich alle online?

Worauf kommt es bei einer guten Webseite an?

Prinzipiell ist das der Inhalt (Content), der der Zielgruppe und dem eigenen Unternehmensauftritt entsprechen muss. Um das zu erfüllen sind ein paar Fragen zu beantworten, z.B.:

  • Was möchten Sie mit der Webseite erreichen?
    • Bekanntheit?
    • Direktvertrieb?
    • Kundenloyalität?
    • Interaktionen/Diskussionen?
    • Meinungsbildung?
    • Community-Aufbau?
  • Welches ist Ihre Zielgruppe?
    • Alter, Geschlecht, Region?
    • Welche Sprache spricht sie?
    • Welche Interessen liegen vor?
    • Welchen Mehrwert können Sie dieser Zielgruppe liefern?
  • Welche Philosophie und Strategie verfolgt Ihr Unternehmen?
  • Welche Sprache spricht Ihr Unternehmen?
  • Ist Ihr Unternehmen bekannt bei der Zielgruppe?
  • Welche On- und Offline-Kommunikationskanäle bespielt Ihr Unternehmen zusätzlich?
  • Wer ist in Ihrem Team für welche Aktivitäten verantwortlich?

Diese Fragen helfen dabei, eine Webseite langfristig auszurichten, dabei aber flexibel zu bleiben, um auf kurzfristige Veränderungen reagieren zu können. Im optimalen Fall sind diese Fragen bereits durch die Unternehmensstrategie und den Gesamt-Marketingplan beantwortet und können somit direkt in den digitalen Bereich übersetzt werden.

Beginnen wir mit der ersten Frage – nach den Zielen Ihrer Webseite. Wichtig ist hierbei die klare Definition, denn die bestimmt den Umfang Ihrer Webseite, die Inhaltstiefe, Struktur und Gestaltung. Z.B. wenn es um Bekanntheit geht, dann werden Sie darüber nachdenken, wie Sie möglichst schnell und regelmäßig generelle Informationen an den Markt geben können. Dazu genügen anfänglich Seiten, die Ihr Unternehmen, Ihre Philosophie, Ihre Einzigartigkeit, etc. beschreiben.

Wenn Sie aber bereits über die Vertriebsmöglichkeiten nachdenken, stehen Kontaktaufnahme, Produktbeschreibungen etc. im Vordergrund.

Möchten Sie Meinungsbildner sein, dann ist es ratsam auch externe Aussagen in Ihre Webseite einzubauen. Z.B. Einbinden von Fremdartikeln, Blogbeiträgen von Externen, Interviews, etc.

Interaktionen und Diskussion sind starke Mittel, um virales Marketing über Ihr Angebot anzustoßen. Und dazu gehören Soziale Medien.

Soziale Medien

Unabhängig von Ihren Zielen – zu einem guten Cross-Channel-Marketingplan gehört auch die Einbindung von Sozialen Netzwerken. Die Auswahl der Medien wird ebenfalls von Ihren online Zielen bestimmt. Instagram oder Pinterest sind passend, wenn Ihre Zielgruppe z.B. im Alter von 18-24 Jahren ist und Sie ansprechende Bilder zu Ihrem Angebot haben. LinkedIn und Xing sind für rein professionelle Themen interessant, z.B. könnten Sie hier Beiträge über Ihre Produktionswege, die Nachhaltigkeit einstellen oder bestimmte Gruppen als Community betreiben. Wenn Ihre Kunden hauptsächlich im Ausland zu finden sind, dann gehören LinkedIn und Twitter in Ihre Social Media Strategie.

Mehr dazu finden Sie auch hier:

Deutsch: Absatzwirtschaft  „Wer nutzt wirklich Facebook…..“ 

Englisch: PewResearchCenter „Demographics of Social Media Users“ 

Sprache

Ihre digitale Sprache ist bestimmt von Ihrer Unternehmenssprache aber auch von der Ihrer Zielgruppe. Beides muss aufeinander abgestimmt und authentisch sein.

Stellen Sie sich vor, Sie suchen nach Veranstaltungsterminen in Ihrer Gemeinde. Auf deren Webseite finden Sie dann einen Kalender in jugendlicher, möglichst noch „Du“-Ansprache. Wären Sie dann nicht zumindest irritiert? Von Gemeinden erwartet man schließlich eine bestimmte Art der Kommunikation. Ein solcher Bruch lenkt vom eigentlichen Thema ab und kann im schlimmsten Fall zum Abwandern des Kunden führen. Seien Sie sich bewusst – Ihre Zielgruppe merkt sofort ob Ihr Angebot, Ihre Ansprache authentisch ist oder zu offensichtlich dem Ziel nach Neukunden folgt.

Um die richtige Sprache festzulegen, auf einfachem Wege die Sozialen Netzwerke einzubinden und auch noch optimale Suchergebnisse zu erhalten, ist eine sorgfältige Inhaltsentwicklung (Content Development) notwendig. Hierzu finden Sie in einem nächsten Blog ein paar weitere Ansätze.

Cross-Channel-Marketing

Ganz wichtig ist auch die Frage nach den weiteren Kanälen, die Ihr Unternehmen zu Marketingzwecken bespielt (Cross-Channel-Marketing). Z.B. Welche Events mit welchen Zielen und Gästen sind geplant? Welche Pressemitteilungen zu welchem Thema sind terminiert? Gibt es Anzeigenpläne? Welche Kunden werden im Laufe der nächsten 12 Monate direkt und mit welchem Thema angesprochen? Denken Sie parallel über eine App nach und was möchten Sie damit erreichen?

Die Verknüpfung Ihrer Aktivitäten (Taktiken) ist von elementarer Wichtigkeit. Alle Taktiken sollten auf die Online-Präsenzen verweisen, um weitere Informationen zu teilen, Interaktionen zu ermöglichen, etc. Ob der Verkauf dann On- oder Offline stattfinden soll hängt wiederum von Ihrer Unternehmensstruktur und Strategie ab, z.B.  im stationären Handel ist es existentiell Kunden in die Ladengeschäfte einzuladen, um dort den Handel abzuschließen.

Hier finden Sie ein paar weitere Artikel zu diesem Thema:

Deutsch:

Englisch:

Als ich 1995 mit Internet Marketing begann, war es damals noch komplett neu. Die Unternehmen begannen sich damit zu beschäftigen – doch damals eher noch in der Entwicklerecke, weniger getrieben von Vertriebs- und Marketingzielen. Das Unternehmen für das ich damals arbeitete, sah damals bereits die Chance dieser neuen Plattform und wir bauten ein reales Internet-Café am deutschen Unternehmenssitz. Ich schulte Mitarbeiter, Kunden und Journalisten auf das neue Kommunikationsmedium. Nach einiger Zeit wurde Internet auch populär im privaten Bereich. Viele Individuen erkannten die Möglichkeiten, sich selbst über eigene Homepages zu präsentieren. Nach und nach zogen die Unternehmen mit ihren Marketingabteilungen nach – abhängig von den Ländern schneller oder zögerlicher. Bis vor ca. 5 Jahren wurde die digitale Welt als etwas Zusätzliches gesehen- als etwas was separat zum eigentlichen Marketingplan umgesetzt werden konnte.

Heute endlich ist das digitale Marketing in den klassischen Marketingabteilungen angekommen. On- und Offline sind eins geworden und daher um ein Vielfaches komplexer als zu früherer Zeit. Was das für die Marketing Experten bedeutet lesen Sie in meinem Blogartikel „Neue Marketingwelt“.

Praxisbeispiel

Doch das selbst in Unternehmen, die an sich eine hohe Web- und Marktpräsenz haben, diese neuen Prozesse noch nicht durchgängig umgesetzt werden, zeigt das Beispiel IKEA. Die Family Card gibt es jetzt auch Online – was an sich eine sehr gute Idee ist. Die persönliche Werbung hierzu wurde per Email versendet, man klickt auf den Link und kommt auf eine Landing Page mit der Aufforderung (Call-to-Action) „Gehe mit deinem Smartphone auf folgende Seite:
www.ikea.de/ikeafamilykarte. Logg dich ein und speichere deine digitale IKEA FAMILY Karte einfach als Bild auf deinem Smartphone.“

Die Idee ist aktueller denn je – weg von Karten hin zu mobiler Verfügbarkeit zu jeder Zeit. Doch der Kunde muss verschiedene Aktionen unternehmen, um zum Ziel zu kommen und neigt dadurch eher zum Abwandern. Das könnte nach einer ganzheitlichen Betrachtung und Planung verhindert werden.

In diesem Fall wäre es kundenfreundlicher und einheitlicher gewesen, den Call-to-Action direkt in die E-Mail Newsletter zu schreiben, damit man nicht erst auf die Landing Page geleitet wird (was für IKEA natürlich gute Zugriffszahlen bedeutet). Den 1. Preis hätte IKEA jedoch gewonnen, wenn sie schon in der E-Mail einen QR Code eingebunden hätten, den der Kunde direkt einlesen könnte, um auf die weiterführende Seite zu gelangen.

Was denken Sie darüber? Haben Sie Ihre Online Präsenz strategisch mit den Unternehmenszielen und Marketingstrategien verknüpft? Leben Sie bereits Cross-Channel oder kommt Ihnen das Praxisbeispiel bekannt vor?

Ich freue mich auf Ihre Antworten oder auch Zusatzinformationen zum Thema.

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