Social Publishing

Social Publishing (= Veröffentlichen) auf Xing und LinkedIn – wirklich relevant für jeden?

Sie kennen das – Sie öffnen morgens Ihre Email-Inbox und finden direkt zahlreiche Artikel Ihrer Kontakte und Gruppen auf Xing und LinkedIn.

Irgendwann haben Sie sich für diese Plattformen entschieden, um Themen zu diskutieren, Gruppen beizutreten und unter Umständen evtl. auch Geschäfte anzubahnen.

Mit der Weiterentwicklung beider Plattformen ist die Zahl der täglichen Posts, Beiträge und Mitteilungen exorbitant gestiegen. Treffen diese Artikel ihre Erwartungen? Helfen diese Veröffentlichungen den vertretenen Unternehmen oder den einzelnen Autoren, oder beiden? Welche Inhalte eignen sich und was sind die Risiken?

Zu diesem Thema habe ich mit dem B2B Marketingexperten Markus Karras diskutiert. Im Folgenden finden Sie unser „Pro und Contra“ Gespräch zusammengefasst, ob und was angestellte Führungskräfte in sozialen Medien veröffentlichen sollten.

Markus Karras:

Es gilt das Personal Branding mit dem Firmenbrand in Einklang zu bringen. Führungskräfte sollten relevante Informationen verteilen und mit Meinungen präsent sein auf den sozialen Kanälen, um Vertrauen für ihre Arbeit bei dem Unternehmen zu bilden für das sie tätig sind.

Sylvia Lohr:

Soziale Netzwerke wie Xing und LinkedIn sind zunächst einmal gern genutzte Plattformen zur persönlichen Positionierung, um evtl. auch neue Jobs zu bekommen. Sicher gibt es gute Gründe als Autor in sozialen Netzwerken vertreten zu sein. Doch manchmal ist auch hier „weniger“ wahrscheinlich manchmal „mehr“. Führungskräfte sollten zuerst als loyale Mitarbeiter des Unternehmens wahrgenommen werden und darüber hinaus evtl. sogar als Marktexperten. Sie dürfen ihre Interessen jedoch nicht über die der Firma stellen.

Markus Karras:

Die inhaltliche Präsenz schafft Glaubwürdigkeit durch Transparenz und Meinungsführerschaft und zahlt in das Profil nicht nur der Führungskraft, sondern auch des vertretenden Unternehmens ein, da es doch offensichtlich attraktiv ist als Arbeitgeber für Charakterköpfe.

Sylvia Lohr:

Es muss dennoch die Balance gehalten werden, damit persönliche Veröffentlichungen auch zu einem positiven Employer Brand beitragen.

Markus Karras:

Es obliegt letztlich der Führungskraft den persönlich bevorzugten Mix von Inhalten zu bestimmen. Rein fachlich-beruflich, fachlich und privat, oder überwiegend private Themen von öffentlicher Bedeutung sind möglich. Der persönliche Fingerabdruck, Authentizität muss erkennbar sein, sonst wird sich wenig Folgschaft finden. Es geht nicht darum Werbe- oder Produktinformationen zu verbreiten, sondern eigene Standpunkte und Informationen, die als wichtig erachtet werden.

Sylvia Lohr:

Das kann/soll aber nicht komplett ohne bestimmte Guidelines stattfinden. Das finde ich etwas riskant. Ich denke, dass viele Führungskräfte die Kraft und Macht sozialer Netzwerke noch nicht komplett überblicken. Wie auch, liegt doch ihr Augenmerk üblicherweise auf anderen Themen denn auf digitaler Kommunikation und Social Media. Daher denke ich, dass es notwendig ist, allen, auch Führungskräften, die im Namen des Unternehmens verbreiten, gewisse Guidelines an die Hand zu geben.

Markus Karras:

Social Media Trainings müssen firmenintern stattfinden, um die Do´s and Don´ts klarzumachen. Nach den ersten Gehversuchen stellt sich aber bald Routine ein. Interesse generiert, wer sich als kompetent über die Unternehmensgrenzen hinweg zeigt, in eigenen Worten nicht im Firmensprech, zu Themen die zur Firma gehören, und darüber hinaus einen Einblick in das eigene Weltbild erlaubt. Letztlich eine persönliche Entscheidung. Personal und Corporate Branding sind vereinbar und verstärken sich wechselseitig.

 

Was denken Sie über die Einbindung von Führungskräften in Social Media? Ist Ihr Senior Management gut gerüstet für die digitale Kommunikation? Sagen Sie uns Ihre Meinung, teilen Sie Ihre Erfahrung mit uns. Wir freuen uns darauf.

April 1st, 2016 by